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„Wetten, dass…“ es zu Ende ist? Quotenkampf beim ZDF.

Wetten, dass..? show

„Wetten, dass…“ galt lange Zeit mal als die Ur-Institution mit Spitzenquoten im deutschen Fernsehen. 

Die Riege der internationalen Stargäste, die man in Deutschland sonst selten so zahlreich auf ein Sofa à la Jay Leno platzieren konnte, verlieh der Sendung einige glänzende Momente.

Doch „Wetten, dass…“  hat sich zuletzt ins Abseits katapultiert: Ein Unfall, ein inkompetenter Moderator, nörgelnde Gäste; die Zahlen sprachen für sich. Ein kleiner Rückblick auf das Ende der wohl wahrscheinlich größten deutschen Fernsehshow, die wahrscheinlich nur hier funktionieren konnte.

Konzept

Die großen Erfindungen entstehen irgendwo zwischen Hausflur und Klo. So war es wohl auch bei Elstner, denn nach eigener Aussage soll er „Wetten, dass…“  innerhalb von zwei Stunden während einer schlaflosen Nacht konzipiert haben. Es beeinhaltet, dass ein Wettanbieter auf den Erfolg einer ausgefallenen Aktion wettete, die er dann unter Beweis stellt. Begleitet wird die Aktion von einem Wettpaten, der auf Erfolg oder Misserfolg des Einsatzes wettet und einen ebenso skurrilen Einsatz tätigt, wenn er mit seinem Tipp danebenliegt. Die Show wird begleitet von Musik, internationalen Gästen und unterhaltendem TV-Talk.

Die goldenen Zeiten

„Wetten, dass…“  hatte Star-Format. Gäste aus der A-Liste wie Will Smith, Leonardo DiCaprio, Bill Gates, Cameron Diaz, Tom Cruise etc. und musikalische Auftritte von Michael Jackson, David Bowie, Madonna oder Justin Bieber haben der Show einen internationalen Glamour verpasst. Die Wetten, die Gäste, der Otto-Normalverbraucher, sogar der Fernsehzuschauer zu Hause, der sich an den Wetten beteiligen konnte. Es gab keine Unterhaltungsshow, die diese bunte Kombination zusammenbrachte und sogar die Quoten der Tagesschau um Längen überbot.

Unter Frank Elstner hatte die Sendung die höchsten Quoten zu verzeichnen: Fast 24 Millionen Zuschauer schalteten im Februar 1985 ein. Rekord in Deutschland. Wir sahen LKWs, die auf Biergläser parkten, Menschen, die an Tierkot rochen, Titanic-Redakteure, die an Buntstiften lutschten… Selbst Politiker wie Gerhard Schröder oder der Altbundespräsident Walter Scheel ließen sich in der Show blicken. Ursula von der Leyen nutzte die Show sogar einmal für einen Flirt mit Hugh Jackman und stieg anschließend zu ihrem Wettkandidaten in eine blaue Tonne- aus der sie Jackman galant wieder heraustrug. Die Sendung hatte verdammt gut Momente.

Die Unterhaltungsshow, in der sich Bekannt und Unbekannt die Hand gaben, um gemeinsam Wetteinsätze abzuschließen und selbst Stars wie Tom Hanks dazu brachte, Katzenmasken aufzulegen, oder einen Gerard Butler animierte, sich Eiswürfel in die Hose zu stecken, geriet dennoch immer weiter in die Kritik.

Mit Thomas Gottschalk galt „Wetten, dass…“ lange als Glanzlicht in der deutschen Fernsehunterhaltung und wurde international kopiert. Skurille Wetteinsätze und inter(nationale) Prominente brachten der Sendung pro Folge ca. 20 Millionen Fernsehzuschauer. Doch dies war vor dem Unfall von Samuel Koch…

Der Unfall von Samuel Koch

Mit dem Unfall von Samuel Koch zog ein dunkler Schatten über die Fernsehshow „Wetten, dass…“ von ZDF. Das Publikum wurde am 4. Dezember 2010 Zeuge, als ein junger Samuel Koch vor vier Jahren einen Wetteinsatz vor laufender Kamera und schockierten Gästen mit einer Querschnittslähmung bezahlen musste.

Der ehemalige Student und Hochleistungssportler Koch wettete, dass er lediglich mit Sprungstiefeln ausgestattet in der Lage sei, im Vorwärtssalto über vier Autos zu springen. Beim vierten Auto, dass von seinem Vater gefahren wurde, stürzte Samuel und blieb regungslos liegen. Die Sendung wird abgebrochen und Samuel Koch ins Krankenhaus gebracht. Nach dem künstlichen Koma, in das Koch versetzt wurde, wird bekannt, dass er querschnittsgelähmt ist. Es entfacht eine riesige Debatte über Risiko-Wetten und Quotenjagd im deutschen Fernsehen. Wie weit darf das deutsche Fernsehen nach einem derartigen Unfall noch gehen?

Thomas Gottschalks Konsequenz: Er steigt aus. Auch wenn vielleicht nicht ganz so spontan wie von außen angenommen, aber der Unfall nicht nur ein konsequenter, sondern auch ein taktisch guter Zeitpunkt, um die Show zu verlassen.

Markus Lanz

„The Show must go on“- trotz Unfall, trotz des Ausstiegs Gottschalks. Man hofft auf einen Neuanfang. Lange sucht man nach einem würdigen Nachfolger von Gottschalk. Hape Kerkeling und Jörg Pilawa lehnen ab. Das Allround-Talent Markus Lanz tritt mit großer Hoffnung die Nachfolge des Glamour-Moderators an.

Doch die Neuauflage mit Markus Lanz scheitert kläglich. Trotz anfänglich guter Quoten, entpuppt sich Lanz schnell als so gar nicht geeignet für ein Format dieser Dimension. Sein Moderationsstil, seine schlechten Witze, seine unbeholfene Art: Es will nicht so richtig passen zwischen Mr. Aalglatt und den großen Fußstapfen von Gottschalks Entertainment-Show. Die Gäste lächeln seine Fauxpas‘ höflich weg, doch hinter der Kamera, in den Medien und unter den Gästen lästert man über den unbeholfenen Moderator.
„Wetten, dass…“, das Samstagabend-Programm, das vor 34 Jahren mit Frank Elstner begann, scheiterte an den Wiederbelebungsmaßnahmen. Als Markus Lanz die Nachfolge übernahm waren viele skeptisch. Zurecht, denn so richtig konnte er die Gäste und Zuschauer nicht auf seine Seite bringen. Die Liste der schlechtesten Sprüche Lanz‘ kursieren im Internet. Sein Moderationstalent sowie sein Taktgefühl werden massiv angezweifelt, als er etwa den querschnittsgelähmten Samuel Koch mehrmals fragte, wie es ihm ginge, weil ihm offenbar die Fragen ausgingen. Sexuelle Witze auf Wetteinsätze von Kindern (Junge lässt Leberwurst von der Hand ablecken: Ach das kann Leonardo Dicaprio aber auch, aber nur mit Models“) oder sexistische Altherrenwitze durften in keiner Sendung fehlen. Lanz treibt die Quoten an den Nullpunkt.

So richtig wollte ihm die Leichtfüßigkeit seines Vorgängers Gottschalk eben nicht gelingen und Lanz‘ missglückten Versuche gingen auch bei den prominenten Gästen nach hinten los. Das Entertainer-Dasein lag ihm einfach nicht und die Quoten litten und litten.
Auch wenn Frank Elstner nach dem tragischen Ende an eine Widerbelebung glaubt: Die Tendenz sieht negativ aus, denn viele sehen Lanz für das Scheitern der Show verantwortlich.

Wetten, dass..?

Promis lästern über Wetten, dass…“

So wirklich konnten die Amerikaner der Wett-Show „Wetten, dass…“  nie etwas abgewinnen. Das äußerte auch das US-Magazin „New Republic„, als man versuchte dem Leser das Konzept zu erklären und Gründe aufzuzählen, warum es sich für den Hollywoodstar lohne, einmal Platz auf der deutschen Couch zu nehmen.

Man müsse sich laut Magazin „auf etwas Rassismus und Sexismus“ einstellen, während man dem Otto-Normalverbraucher bei skurrilen Wettaktionen zuschauen muss. Wer diese Schikane ertrage, der könne hinterher zumindest die mediale Aufmerksamkeit auf seine Seite lenken, während man sich in amerikanischen Shows über die deutsche Sendung aufrege. So hat es auch der Turtles-Star Will Arnett geschafft, wieder ein bisschen PR-Arbeit für sich zu betreiben, als er bei Jimmy Kimmel als Gast auftat, gnadenlos über „Wetten, dass…“ ablästerte und sogar böse Intentionen der Showmacher vermutete: „Die wollten, dass ich einen Nervenzusammenbruch bekomme.“

Hanks und Berry waren ebenfalls Gäste des peinlichen Moderators und geizten nach deren Seelenqualen ebenfalls nicht mit ihrer Kritik. Sie gaben an, dass sie die Sendung am liebsten schon mittendrin verlassen wollten. Das Konzept hätten die beiden jedenfalls nicht verstanden und die Übersetzung sei ebenfalls schlecht gewesen.

Die Sendung erfülle laut „New Republic“ außerdem alle Klischees, die man über Deutsche hätte: Humorlos, stillos, seltsam. Tom Hanks mit Plüschohren im Kartoffelsack-Tanz mit Lanz, Halle Berry, die einen fremden Mann küssen muss und daneben noch Wetten, bei denen Gäste als Wettpaten wirkten mussten, wenn sich Herr Mustermann Walnüsse mit Pobacken knackt.

So wirklich erklären könne man sich die Faszination nicht und eine mögliche Wiederbelebung der Show sehen die Amerikaner mit Horror entgegen. Michael Bublé gibt den Tipp, „lieber vorher eine Marihuana zu rauchen“. Anders könnten die Gäste die Show nicht ertragen.

Best Moments bei „Wetten dass…“

Aber weil es auch einige glänzende Quoten-Highlights aus diesem Stück Fernsehgeschichte gab, folgt hier eine Auswahl der besten „Wetten, dass…“ Momente:

1- Die Scheiße-Wette

Die wahrscheinlich ekligste Wette der ganzen Sende-Geschichte stammt von Claudia Dittel und Maik Wilsmann aus Karlsruhe, die wetteten, den Kot von 33 verschiedenen Tieren nur durch das Riechen erkennen zu können. Bon Appétit!

 

2- Die Telefonbuch-Wette

Dieser Herr hat sich überlegt, Telefonbücher als Ventil für seine Aggressionen zu benutzen. Dies gelang ihm anscheinend so erfolgreich, dass er daraufhin einfach beschloss, damit im Fernsehen aufzutreten. Warum auch nicht, zumindest könnte man den Herrn funktional gut als Altpapier-Entsorger einsetzen.

 

3- Der große Betrüger

Dieser Titanic-Redakteur wollte wohl einfach etwas PR fürs Magazin machen. Seine Wette war nur Nebensache, denn für die folgende Aktion schielte er einfach unter die Brille. Nicht die ehrenhafteste Tat, aber dafür eine der ganz großen Skandal-Momente der „Wetten, dass…“-Geschichte.

 

4- LKW auf Biergläsern

Bier und Autos, das entfacht Fantasien. Zumindest beim männlichen Geschlecht. Warum nicht einfach mal einen mehrtönnigen LKW auf 4 Biergläser stellen? Die Physik macht es möglich und darum gehört auch diese Wette zu eine der spektakulärsten Auftritte der Wettsendung, die obendrein noch einen wissenschaftlichen Mehrwert enthält.

 

5- Vom Auto überfahren

Je brutaler desto besser, denken sich viele Männer und daher fungierte „Wetten, dass…“ das ein oder andere Mal als Plattform für die gefährlichsten Stunts und Risiko-Wetten, die überboten werden wollten…Zuletzt mit einem sehr tragischen Unfall. Etwas masochistisches hat es durchaus sich so überfahren zu lassen, doch dieser junge Mann gefällt sich offenbar in der Rolle des Quotenhelden…

Die letzte Sendung von Wetten, dass…

Leider konnte Lanz auch in der Abschlussshow keine Stimmen mehr für sich gewinnen. Ein letztes Mal gingen die Quoten kurz in die Höhe, bevor das Licht endgültig ausging. Das Erscheinen von Samuel Koch in der letzten Sendung sorgte zuvor für Aufregung und Spannung. Wie wird das Publikum sein Erscheinen nach dem öffentlichen Unfall aufnehmen? Was wird Koch sagen? Doch Koch meisterte seinen Auftritt grandios; es war eher der Moderator, um den man sich ernsthaft Sorgen machen musste. Als Samuel Koch in der Sendung erschien, die er mit seiner Gehfähigkeit bezahlte, hatte das zum Ende etwas Versöhnliches. Hier hätte Lanz die Chance gehabt seine Fauxpas‘ wieder auszubügeln und die Gelegenheit nutzen können, zum Abschluss etwas wirklich Sinntragendes oder wenigstens etwas wirklich Humorvolles zu sagen. Stattdessen ging die Sendung so schambesetzt mit ihm aus, wie sie angefangen hatte, als der Moderator Koch peinlich fragte:

Samuel, hast du etwas Sinnhaftes daraus gezogen? Wahrscheinlich nicht, dafür aber Gäste und Zuschauer umso mehr.

Auch wenn Wetten, dass…“ sein frühzeitiges Ende fand, die Freude an Wetten muss deshalb nicht getrübt werden: In diesem Artikel sehen Sie die verrücktesten Wetten unter Freunden.