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Glück oder Geschicklichkeit: Was dominiert beim Pokern?

Dogs Poker

Die Frage ob Poker Glücks- oder Geschicklichkeitsspiel ist, beschäftigt mittlerweile sogar Gerichte. Während manche Spiele eindeutig als Glücks- und Schach als Geschicklichkeitsspiel eingestuft werden können, ist die Definitionsfrage beim Poker wesentlich schwerer.

Dies liegt auch zum einen daran, dass sich die Helden des Poker Booms gerne als „Karten Magier“ inszenieren, die allein mit ihren Fähigkeiten gewinnen. Andererseits zeigen immer wieder auch Amateur Siege, wie sehr das Glück seine Finger im Spiel hat.

Es ist und bleibt insofern eine knifflige Angelegenheit, die nicht ganz eindeutig zu beantworten ist. Dabei kann die Frage ob Pokern Glücks- oder Geschicklichkeitsspiel ist weitreichende Folgen haben. So sind Glücksspiele in Deutschland steuerfrei, während Gewinne bei Geschicklichkeitsspielen beim Fiskus anzugeben sind.

Um dem Ganzen auf den Grund zu gehen, werden wir uns peu à peu dem Problem nähern und versuchen eine Antwort zu finden.

Was ist Glücksspiel

Bevor man über die Frage debattiert, ob Poker Geschicklichkeits- oder Glücksspiel ist, sollte geklärt werden, was Glücksspiel überhaupt ist. Die offizielle Definition gemäß dem Finanzgericht Köln lautet dabei:

„Glücksspiele sind Spiele,  bei denen Gewinn und Verlust ausschließlich oder vorwiegend vom Zufall abhängen – und nicht vom Geschick oder den Entscheidungen der Akteure.“

Das Problem liegt nun darin, dass die meisten Games eine Mischung aus Glück und Geschick sind, so ist es auch beim Poker. Die Frage, was vorwiegend vom Zufall abhängig bedeutet, wird von den meisten Definitionen auch eher schwammig beantwortet. So müsse ein Spiel zu mehr als 50% auf Zufall basieren um als Glücksspiel zu gelten. Doch wie berechnet man dies?

Um harte Fakten zu gewinnen entstand eine regelrechte Forschung um die Frage, ob Poker Geschicklichkeits- oder Glücksspiel ist.

Offizielle Studien: Der Einfluss von Geschicklichkeit

Diese „offiziellen Studien“ versuchten dabei einen möglichst großen Pool aus vermeintlichen Anfängern und sogenannten Experten zu bilden. In einem Turnier Experiment soll daraufhin analysiert werden, ob die Top Akteure statistisch gesehen tatsächlich öfter gewinnen.

Die Antwort ist JA. Spieler mit viel Erfahrung und einem gewissen Talent Gewinnen öfter. Eine der aufwändigsten Untersuchungen in diesem Gebiet brachte das ganze sogar auf eine Zahl: Gute Spieler kommen um 12% öfter in die Preisränge als schlechte.

Dieser sogenannte Rangkorrelationskoeffizient wurde auch bereits für Fußball und Schach ermittelt. Zwar sind die Werte mit 40 und 90% dort wesentlich höher, dennoch ist ein Rangkorrelationskoeffizient von 12% nicht zu unterschätzen und zumindest ein Indiz für den Einfluss von Können. Vollkommene Klarheit schafft er in der Frage ob Poker Glücks- oder Geschicklichkeitsspiel ist jedoch auch nicht.

Die Meinung der Poker Stars,welche einzig das Können für Ihren Erfolg verantwortlich machen, könnte hier weiterhelfen.

Die Taktik, die das Glücksspiel aushebelt

Glaubt man Daniel Negreanu, ist der Erfolg beim Poker ausrechenbar. dazu wird eine Methode aus der Investitionsrechnung verwendet. Diese vergleicht, ob das eingegangene Risiko zu dem möglichen Ertrag passt. Ist die mögliche Rendite hoch genug, so ist es auch legitim, ein Wagnis zu gehen, da statistisch gesehen über mehrere Solcher Urteile hinweg genug Risikoentscheidungen fruchten, damit man rentabel ist.

Was sich zunächst kompliziert anhört, ist ganz einfach. Wir veranschaulichen dies mit einem Münz Exempel:

Wie wir alle wissen, ist die Wahrscheinlichkeit bei einem Münzwurf 50:50. Eine Wette auf Kopf oder Zahl kann jedoch reizvoll sein, wenn der mögliche Gewinn höher ist, als mein Einsatz. So wäre eine 300€ Wette auf Kopf absolut gerechtfertigt, wenn im Pot 1000€ sind. Statistisch gesehen würden wir so über 100 Münzwürfe hinweg Gewinn machen. So ist es auch beim Pokern.

Wie Daniel Negreanu das Münzbeispiel erklärt:

Bei der Poker Strategie von Odds und Outs geht es auch ausschließlich um das Verhältnis des Einsatzes zum Pot. Allerdings ist dies beim Poker durch die variierenden Gewinnwahrscheinlichkeiten etwas komplizierter als beim Münzwurf.

Outs: Die Gewinnwahrscheinlichkeit berechnen

Outs werden die Karten im Deck genannt, welche einem ein Gewinner Blatt geben könnten. Als Gewinner Blatt werden alle Hände außer der High Card und dem One Pair betrachtet. Die Berechnung der Gewinnwahrscheinlichkeit beim Poker beruht nun auf der Ermittlung wie groß die Chance ist, dass man auf eine der Outs stößt. Schauen wir uns dazu ein Beispiel an:

Sie halten J 10 und im Board liegen 2J♣7. Mit einer weitern Herzkarte hätten Sie einen Flush und mit einem weiteren Buben einen Drilling.

  • Es gibt 13 Herzkarten, minus der 4 aus Ihrer Hand und dem Board bleiben also noch 9.
  • Es gibt 4 Buben im Deck, minus der 2 in Ihrer Hand und dem Board bleiben also noch 2.
  • Insofern würde die Gesamtsumme Ihrer Outs 11 betragen.

Ein Poker Deck besteht aus 52 Karten. Minus der 5 aus Ihrer Hand und dem Board bleiben als noch 47. 47/11= 4,3. Auf gut Deutsch heißt dies also, dass Sie in einem von 4 Fällen auf die Karte stoßen, die Ihnen vielleicht den Sieg bringt.

Odds: Das Verhältnis von Einsatz zum Pot

Nun kommen wir zur zweiten entscheidenden Größe, den Odds. Diese geben das Verhältnis des Einsatzes an, der nötig ist um mitzugehen, zur Summe des Pots an. Die Faustregel lautet nun, dass Ihr getätigter Einsatz im Verhältnis zum Pot nie größer sein darf, als die Outs-Wahrscheinlichkeit.

Für unser Beispiel bedeutet dies folgendes: Liegen im Pot beispielsweise 800$ und Sie müssten 200$ zahlen um mitzugehen, wäre dies gerade noch ein vertretbarer Einsatz. bei Einem Bet von 400 sollten Sie jedoch aussteigen.

Diese Taktik versucht die Länge des Games für sich zu nutzen. So mag es sein, dass eine einzige Runde sehr stark vom Glück abhängt. Betrachtet man jedoch 100 Hände, sieht das wieder anders aus und der statistische Vorteil des Odds und Outs Prinzip greift.

Ist Poker Glücks- oder Geschicklichkeitsspiel?

Poker bleibt nach wie vor ein Spiel, dass stark vom Glück geprägt ist. Dies gab letztlich auch Poker Profi Eduard Scharf zu:„Jeder kann ein Poker Turnier gewinnen, es kommt nur auf die Karten an“. Und zeigt nicht die Tatsache, dass auch immer wieder Amateure bei großen Events gewinnen, wie unberechenbar das Kartenspiel ist?

So einfach ist es nicht. Um unsere Ausgangsfrage hinreichend zu beantworten, muss man das Pokerspiel über lange Zeit betrachten. Je mehr Hände gespielt werden, desto kleiner wird der Glücks- und desto größer der Geschicklichkeitsfaktor. Wer die Gewinnwahrscheinlichkeiten der einzelnen Blätter kennt und berechnen kann wird auf lange Sicht mehr Erfolg haben als der, welcher nach seinem Bauchgefühl raist oder foldet.

Klar ist, dass immer wieder auch „schlechte“ Spieler eine Partie gewinnen. Dass es in der Branche jedoch Profis gibt, welche durchweg öfter gewinnen zeigt, dass der Spieler mit mehr Geschick über lange Zeit immer gegen den mit weniger gewinnen wird.