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Online Sportwetten in Deutschland: legal oder nicht?

justitia

Sportwetten, und vor allem deren Online-Pendant, haben in den letzten Jahren rasant an Popularität gewonnen. Doch befindet sich man bei der Abgabe einer Online Wette auf legalem Grund und Boden? 

Warum werden Online-Sportwetten überhaupt reguliert?

Wer gerne bei Anbietern wie bet365, bwin, tipico oder ähnlichen Anbietern die ein oder andere Wette platziert, wird unweigerlich über die Frage stolpern ob die Abgabe bei dem jeweiligen Unternehmen auch legal ist.

Um es schon einmal vorweg zu nehmen: Ja! Online Sportwetten sind legal in Deutschland. Nach vielen juristischen Auseinandersetzungen sind die Buchmacher inzwischen in Deutschland angekommen und trotz aller Blockadeversuche der Politik erfreuen sich online Wetten und Lotterien immer größerer Beliebtheit.

Der Schwerpunkt der ordnungsrechtlichen Regulierung des Glücksspiels liegt im Bereich der Gefahrenabwehr. Unter Gefahrenabwehr versteht man in diesem Sinne, die Teilnahme von Minderjährigen, Spielsucht, Geldwäsche etc.  Im Grunde wurde der Glücksspielvertrag also vorrangig entwickelt um die Bevölkerung vor sich selber zu schützen und verbietet öffentliche Glücksspiele wie Lotto, Poker, Sporttipps und Spiele im Internet.

In aller Kürze: Das muss man zur Glücksspielregulierung in Deutschland wissen!

  • Ist die Online-Tippabgabe in Deutschland legal? Ja!
  • Die Regulierungszuständigkeit für das Glücksspiel liegt grundsätzlich bei den Bundesländern
  • Der Glücksspielvertrag schafft einheitliche Rahmenbedingungen auf Bundesebene
  • Der Europäische Gerichtshof hat 2010 Einspruch gegen das staatliche Monopol in Deutschland angepasst
  • Glücksspieländerungsstaatsvertrag (GlüÄndStV) trat am 01.Juli 201 in Kraft und sieht die beschränkte Öffnung des Marktes vor
  • Eigenständige Glücksspielregulierung in Schleswig Holstein (seit 2012) mit Vergabe von 20 Lizenzen (Bestand bis 2018)
  • Schleswig-Holstein ist 2013 nach dem Regierungswechsel dem GlüÄndStV beigetreten

 

Regulierung in Deutschland

Laut §§284-287 StGB sind, sofern keine behördliche Erlaubnis vorliegt, öffentliche Glücksspiel grundsätzlich verboten und illegal. Der Staat besitzt somit das Monopol zur Veranstaltung von Lotterien, Sportwetten oder Spielbanken. Obwohl ein Monopol einen Eingriff in das Grundrecht der Berufsfreiheit der privaten Buchmacher und wird begründet mit der Verantwortung für die Bekämpfung der Sucht und der Einschränkung der kriminellen „Begleiterscheinungen“.

Obwohl man von einem staatlichen Monopol spricht unterliegt Regelung der legalen Veranstaltung, Durchführung und Vermittlung von öffentlichen Glücksspielen den Bundesländern selber. Das heißt, dass im Grunde jedes einzelne Bundesland selber die Entscheidung treffen kann ob derartige Spiele legal angeboten werden darf oder ob eine Öffnung des Wettmarktes erwünscht ist. Lediglich Themen bezüglich der Besteuerung und der Bekämpfung von Geldwäsche werden auf Bundesebene geregelt.

Damit es nicht in jedem der 16 Bundesländer zu einer individuellen Regelung kommt und man völlig den Durchblick verliert, hat man sich auf die Schaffung einheitlicher Rahmenbedingungen – den Glücksspielvertrag (GlüStV) – geeinigt.

Neuregelung nach Rechtssprechung des Europäischen Gerichtshofes

Durch das staatliche Monopol und die dazugehörigen Verträge und Regelungen entstanden mit der Entwicklung des Marktes hinreichende Grauzonen bezüglich der Legalität und Illegalität von Online Sportwetten, die von deutschen Kunden vorgenommen werden. Zwar ist es in der Tat so, dass in Deutschland laut Glücksspielvertrag nur staatlich lizenzierte Anbieter legal Wetten anbieten dürfen, dieser ist aber nur für deutsche Unternehmen bindend und gültig.

Ein Großteil der Anbieter auf dem Wettmarkt haben ihre Hauptniederlassung jedoch im Ausland (z.B. in Malta) und werden durch die dortigen Behörden entsprechend reguliert und lizenziert und sind somit in der Lage legal Glücksspiel anzubieten. Hier befindet man sich dann auch direkt mitten in der Grauzone: Ist ein Buchmacher, der seine Dienste über das Internet anbietet und auch in Deutschland tätig, wenn ein deutscher User seine Dienstleistungen nutzt, oder da wo der Server steht?

2010 erklärte der Europäische Gerichtshof (EuGH) den bestehenden Glücksspielvertrags für europarechtswidrig und verlangte eine Anpassung. Im Zuge des Urteils des EuGH wurde ein neuer Vertrag entworfen; der Glücksspieländerungsstaatsvertrag der am 01. Juli 2012 nach fast 2 jährigen Verhandlungen in Kraft trat und zumindest eine beschränkte Marktöffnung im Bereich Sportwetten vorsieht.

In der Praxis sieht das unter anderem so aus, dass 20 Wettlizenzen unter der Aufsicht des Bundeslandes Hessens an staatliche und private Anbieter vergeben werden müssen. Bislang ist das Vergabeverfahren das im Herbst 2012 begann noch nicht abgeschlossen. Eine baldige Fertigstellung des Verfahrens gilt als unwahrscheinlich.

Grundlagen auf denen die Regulierung basiert:

Glücksspieländerungsstaatsvertrag (GlüÄndStV): Der überarbeitete Glücksspielvertrag reguliert die Lotterien, Spielbanken, Spielhallen und natürlich Sport- und Pferdewetten. Die Änderung des Vertrages aufgrund der Einwände der EU beendet das staatliche Monopol im Bereich Sportwetten und sieht eine beschränkte Öffnung des Marktes für 7 Jahre vor.

 

Landesglücksspielgesetzt in Schleswig Holstein: 2012 hat sich Schleswig Holstein gegen einen Beitritt zum GlüÄndStV und für eine eigene Regelung der Bereiche Online-Sportwetten und -Poker entschieden. Nach dem Wechsel der Regierung und dem Beitritt zum GlüÄndStV in 2013 ist diese Regelung jedoch außer Kraft gesetzt worden.

 

Das Rennwett- und Lotteriegesetzregelt die Besteuerung von Lotterien, Sport- und Pferdewetten. Nach der Änderung des Glücksspielvertrages wurde auch das Rennwett- und Lotteriegesetz angepasst und fordert nun seit dem 01.Juli 2012 eine 5% Wettsteuer für private und stattliche Anbieter auf alle in Deutschland erzielten Umsätze, unabhängig vom Hauptsitz des Unternehmens

Scheswig-Holstein: Ein Bundesland schert aus

Wer sich einmal umschaut wird feststellen, dass eine ganze Reihe von Anbietern auf ihrer Website mit einer Schleswig-Holsteiner Wettlizenz werben. Diese Lizenzen machen sich zwar gut auf der Website, bedeuten aber leider nicht, dass der Anbieter auch in ganz Deutschland legal agiert.

Das liegt daran, dass das nördlichste Bundesland sich im Jahr 2012 während der Neuverhandlungen des Glücksspielvertrages vom Rest losgesagt und sich der Vereinbarung enthalten hat.

Anstatt private Anbieter zu blockieren, versuchte man ein Konzept zur Lizenzierung eben dieser zu entwickeln und ihnen den Zugang zum Markt zu ebnen. Insgesamt erhielten in diesem Zuge 20 Anbieter (siehe Liste) eine entsprechende Lizenz, welche ausschließlich für Schleswig Holstein gültig ist. Mit dem Wechsel der Regierung 2013 fand diese „kleine Revolution“ jedoch ein jähes Ende und das Bundesland trat ebenfalls in den Vertrag ein.

Die folgenden Anbieter erhielten in diesem Zuge eine bis 2018 gültige Lizenz: 

  • Cashpoint (Malta) Ltd.
  • Admiral GmbH – Nummer 1 in Österreich und bereits in Schleswig Holstein aktiv
  • ODDSET Deutschland Sportwetten GmbH
  • Oddsline Entertainment AG
  • Primebet International Ltd.
  • ElectraWorks Ltd. – Bwin
  • Digibet Ltd.
  • Bet at home.com Internet Ltd.
  • Ladbrokes International PLC
  • Bet90 Ltd.
  • Deutsche Sportwetten GmbH
  • Personal Exchange International Ltd. – Mybet
  • Polco Ltd. – Betfair
  • Intermedia GmbH
  • Bernd Hobiger Wettbüro Goldesel
  • RULEO Alpenland GmbH
  • Racebets International Gaming Ltd.
  • Albers Wettbörsen Deutschland oHG mbH – sehr bekannte Buchmacherfamilie mit einigen Filialen
  • IBA Entertainment Ltd. – Bet3000
  • Star Sportwetten GmbH

Wettsteuer in Deutschland

Seit Juni 2012 müssen Buchmacher, die in Deutschland ihre Dienstleistung anbieten, eine Wettsteuer in Höhe von 5 Prozent auf jeden Wettansatz an die deutschen Steuerbehörden abführen. 

Das mag für den Einzelnen zunächst einmal einen negativen Anklang haben, ist aber ein positives Zeichen in Hinblick auf die Liberalisierung des Wettmarktes und ein Zeichen der Akzeptanz sowie der möglichen Legalisierung.

Wie die Anbieter mit der Wettsteuer umgehen, bzw wie sie diese umlegen, ist den Unternehmen selber überlassen. Im Grunde haben sich grob 3 Modelle zum Umgang mit der Steuer herauskristallisiert:

1) Wettsteuer auf den Gewinn

Entscheidet sich der Buchmacher für diese Variante, wird jedes mal, wenn eine Wette gewonnen wird 5% vom Brutto-Gewinn abgezogen. Hört sich erst einmal schlecht an, bedeutet aber gleichzeitig, das es auch Tipps ohne Steuer gibt – nämlich alle die, die verloren wurden. Da im Falle eines Verlustes kein Gewinn anfällt, werden auch keine Steuern fällig.

Ganz einfach bedeutet das: Setzen Sie 10,0€ bei einer Quote von 2,0 und gewinnen die Wette, werden vom Gewinn 10,0€x2,0= 20,0€ 5% also 1€ abgezogen. Das führt zu einem Nettogewinn von 19€. Die Besteuerung des Gewinns verändert also effektiv die Quote der Wette. In unserem Beispiel sinkt die Quote auf 1,9. Dieser Umstand sollte beim Quotenvergleich unbedingt berücksichtigt werden.

2) Wettsteuer auf den Wetteinsatz

Bei Anbietern, die die Steuer auf den Einsatz berechnen, werden die 5% entweder vom Einsatz abgezogen oder hinzuaddiert.

Wird die Steuer abgezogen, spielen Sie bei einem Einsatz von 10,00€ nach Abzug nur noch mit 9,50€. Wird die Steuer hinzu addiert, spielen Sie wie gewohnt mit 10,00€ ihre Wette, es werden aber 10,50 von ihrem Konto abgebucht.

3) Wettanbieter übernimmt Wettsteuer

Die einfachste Variante für den Kunden ist, wenn der Wettanbieter die Steuer komplett selber übernimmt. In diesem Fall müssen Sie sich keine Gedanken über Abzüge oder Quotenänderungen machen. Gucken Sie sich aber genau die angebotenen Quoten an. Da der Buchmacher den Verlust durch die Abführung der Wettsteuer ausgleichen muss, werden häufig schlechtere Quoten angeboten um eine höhere Gewinnmarge zu erzielen.

Vergleich:  Anbieter in Deutschland

Anbieter die KEINE Steuer berechnen

  • Tipico
  • ComeOn
  • Titanbet
  • Betsson
  • Betsafe
  • Expekt
  • Netbet
  • MobilBet

Wettanbieter die Steuern berechnen

Wettanbieter%
mybet logo

Mybet

5% vom Wetteinsatz, entfällt ab 3er-Kombis
Bet365 Logo

bet365

5% vom Bruttogewinn
bet-at-home logo

bet-at-home

5% vom Wetteinsatz
interwetten

Interwetten

5% vom Bruttogewinn
happybet

Happy Bet

5% vom Bruttogewinn
Cashpoint5% vom Wetteinsatz
bwin

Bwin

5% vom Bruttogewinn

 

Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV)

Um eine gemeinsame Front in der Diskussion um die Liberalisierung & Legalisierung des Wettmarktes zu bieten, haben sich führende deutsche und europäische Sportwettenanbieter unter dem Namen Deutscher Sportwettenverband –  kurz DSWV – zusammengeschlossen.

Ziel ist es das Monopol des Staates aufzulösen und eine wettbewerbsorientierte Regulierung für den Markt zu finden.

Alle Mitglieder des Verbandes besitzen eine der 20 schleswig-holsteiner Lizenzen oder befinden sich im Antragsverfahren um eine der vom Lande Hessen im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrages 2012 zu vergebenden Lizenzen.

Fazit: Was heißt das jetzt für uns Wettfans? Legal : ja oder nein?

Für alle die weiterhin ihrem Hobby den Tippspielen nachgehen wollen, hat da ganze hin und her in Bezug auf europaweite Regulierungen erst einmal keinen Einfluss.

Solange Tippabgaben im Internet nicht illegal sind, kann ohne schlechtes Gewissen weiter munter gewettet werden. Trotzdem sollte sich jeder, bevor er sich für einen Wettanbieter entscheidet, über die gehaltenen Lizenzen, Präventionsmaßnahmen und die Umlegung der Steuer für aus Deutschland abgegebene Sportwetten informieren – dann kann euch nichts passieren.

Bis zu einer endgültigen Regelung warten wir also weiterhin gespannt darauf, was die Zukunft dem Wettmarkt bringen wird.