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Pleitegeier: Pokerstars die pleite gegangen sind

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Genie und Wahnsinn liegen häufig dicht beieinander. Mit ihren Spielerpersönlichkeiten gehen professionelle Pokerspieler bis an die Grenzen und darüber hinaus. Mit ihren Bluffs und Taktiken gewinnen Sie teils Millionen bei großen Turnieren. Und trotzdem ist es bei vielen von ihnen unvermeidlich, dass Sie pleite gehen. 

Ohne Zweifel können wir eine kritische Lehre aus den Ereignissen ziehen, die Stars und Sternchen der Szene in den Bankrott getrieben haben. 

– Stu Ungar –

Schon zu Lebzeiten eine Legende, gilt Stu Ungar nach wie vor als einer der besten Pokerspieler, der je am grünen Filz Platz genommen hat. Liebevoll auch „the Kid“ genannt, ist er einer von 2 Spielern, die das Main Event der World Series of Poker 3 Mal für sich entscheiden konnten. Seinen ersten WSOP Titel gewann er 1980 und konnte auch im Folgejahr als Sieger aus dem Main Event hervorgehen, was ihn bis dato zum jüngsten Spieler gemacht hat, der es je geschafft hat, zweimal hintereinander den Titel für sich zu beanspruchen.

Trotz seines Erfolges bleibt Ungar für seine Zeitgenossen ein warnendes Beispiel des ultimativen Spielers – die Verkörperung des gefährlichen & halsbrecherischen Risikos. Seine Gewinne verschleuderte er bei Pferde-, Hunde und Sportwetten, so dass er durchgehend pleite war und sich das Buy-In für Turniere bei Freunden und Bekannten aus der Szene leihen musste.

Nach dem Tod seiner Mutter begann das Wunderkind des Pokerns auf Empfehlung anderer Spieler Kokain – hauptsächlich wegen der stimulierenden Wirkung – zu nehmen. Sein Drogenproblem eskalierte dermaßen, dass man ihn während der WSOP 1990 am dritten Tag bewusstlos in seinem Hotelzimmer fand. Diagnose: Überdosis. Obwohl er mit sofortiger Wirkung aus dem Turnier ausgeschlossen wurde, hatte er bereits so einen Vorsprung, dass er trotzdem den 9 Platz belegte und ein Preisgeld von $20.500 mit nach Hause nehmen konnte. Aber egal wie viel er gewann, kurze Zeit später war er wieder pleite.

Die tragische Story des brillanten Wunderkindes war Futter vieler Dokumentationen und inspirierte den Regisseur A.W.Vidmer Anfang im Jahr 2000 dazu, der Legende einen eigenen Film zu widmen „High Roller. The Stu Ungar Story„.

2001 wurde er drei Jahre nach seinem Tod aufgrund von Herzversagen in die Poker Hall of Fame aufgenommen.

Gesamtverlust: geschätzt $30 Mio

 

– Dan Bilzerian –

Der High Stakes Pokerspieler, Millionär, Playboy, Venture Capitalist, Investment Banker und Schauspieler muss kaum vorgestellt werden. Dank seiner Social Media Persönlichkeit, seiner Liebe zu leicht bekleideten Frauen, seiner Katze Smushball (eigener Twitter Account) und Waffen, hat Bilzerian es zu weltweitem Ruhm gebracht. Das Vermögen des 34-jährigen, der nach eigenen Angaben über $50 Millionen Dollar in Cash-Games gewann, wurde von britischen Tabloids erst kürzlich auf über $100 Mio Dollar geschätzt.

Aber auch der selbsternannte Bad Boy des Pokers war schon einmal pleite. Nachdem sein Bruder ihm im College in die Kunst des Spiels einwies, begann er an Online und Live Games mit geringen Buy-Ins teilzunehmen. Aber der Weg zum erfolgreichen Pokerspieler war härter, als Bilzerian es sich vorgestellt hatte. Seine unkontrollierte und aggressive Spielweise brachte ihn jedoch schnell an den Rande des Ruins und zum Ende seines Sophomore Years war er gänzlich pleite.

Um wieder flüssig zu werden und dem Bankrott zu entkommen, musste er einige seiner heiß geliebten Waffen verkaufen – ein Wendepunkt der ihm die Augen öffnete. Bilzerian beschloss einen etwas konservativeren Stil zu verfolgen und war nach eigenen Angaben einer der ersten loose-aggressive Spieler – ein Stil der inzwischen sehr verbreitet und auch von Größen der Szene wie Phil Hellmuth verwendet wird.

Heute spielt Blizerian hauptsächlich gegen Geschäftsleute und Celebrities. Über die Details seines (selbst getwitterten) Höchstgewinns von $10.8 Mio hält er sich jedoch bedeckt.

 Höchster Verlust in einem Spiel: $50 Mio Dollar

 

– Erick Lindgren –

Erick Lindgren war einer der Stars der Szene während des Poker-Booms der letzten 10 Jahre. Einst von allen als „Everybody's All American“ bezeichnet erlebte Lindgren, einen besonders harten Absturz aus dem Pokerolymp nachdem sich auf diversen Pokerplattfromen immer mehr Menschen meldeten, die geliehenes Geld von ihm zurück verlangten.

Mit über $10 Mio Preisgeld in Live-Turnieren, 2 Armbänder der WSOP, 2 WPT Titel, Auszeichnugen als Spieler des Jahres 2004 (WPT) und 2008 (WSOP) sowie einem Sponsoring-Vertrag und einer Teilhaberschaft an Full Tilt Poker, war und ist er einer der größten Gewinner der Szene. Trotzdem ist seine Geschichte für alle Spekulanten und Spieler eine ausgezeichnete Erinnerung dafür, dass man nie die Kontrolle verlieren sollte.

2012 gab Lindgren einem Interviews zu, dass er das von Full Tilt Poker ausversehen doppelt ausgezahlte Darlehen in Höhe von $4 Millionen nie zurückzahlte und stattdessen die extra $2 Mio stillschweigend behielt, obwohl der Konzern, nachdem er auf den Fehler aufmerksam wurde, den Betrag zurückverlangte. Auch im 2+2 Forum wurden immer mehr Stimmen laut, die behaupteten, dass Lindgren von ihnen geliehenes Geld für Buy-Inns nie zurückgezahlt hatte. Lindgrens Ruf schien, nachdem sich auch Größen wie Daniel Negranu und Haralabos Voulgariszu Wort meldeten immer mehr in Verruf zu geraten – die Pleite des ehemaligen Stars schien unumgänglich.

Bis heute hat Lindgren seine Schulden nicht vollständig zurückbezahlt, ließ sich aber in einer Klinik wegen Spielsucht behandeln. 

Gesamtverlust: geschätzte $10 Mio

 

– Thuan „Scotty“ Nguyen a.k.a „The Prince of Poker“

Scotty Nguyen gilt als der Prince des Pokerns. In seiner Karriere gewann er neben dem WSOP Main Event 1998, vier weitere WSOP Bracelets, 39 WSOP-Cashes, 18 Finaltische sowie einen WPT-Titel.

„That´s poker baby“ – pflegte der vietnamesisch / amerikanische Profi und 5 maliger WSOP Champion nach einem Bad-Beat zu sagen. Schon früh zu Schulzeiten zeigte sich Nguyens Händchen für das Spiel. Der Prince of Poker machte seine Passion zum Beruf und startete eine Karriere auf der anderen Seite des Pokertisches – als Dealer. Trotz Live-Gewinnen von mehr als $11 Mio kosteten ihn Pechsträhnen, Bad Beats und seine Liebe zum Alkohol ihn schließlich sein gesamtes Vermögen.

Und das Dank der anhaltenden schlechten Gewohnheiten gleich mehrere Male. Auch Nguyen schien lernresisten und schien aus seinen diversen Pleiten nichts für sein weiteres Handeln mitzunehmen.

Gesamtverlust: geschätzte $20 Mio

 

 – Gavin Griffin –

Wie auch Erik Lindgren hat Gavin Griffin Millionen bei Pokerturnieren gewonnen und genau wie Erik Lindgren hatte Griffin Schwierigkeiten seine Gewinne fest zu halten und solvent zu bleiben.

Seine Karriere begann Griffin beim Online-Pokern und schaffte anschließend als einer von wenigen den Sprung zum erfolgreichen Live-Pokerspieler. In 2004 brach er Allen Cunninghams Rekord und gewann als bis dato jüngster Spieler (Eric Froehlich nahm ihm den Titel im Folgejahr wieder ab) die WSOP. Mit fast $ 5.000.000 an Turniereinnahmen und als erster Spieler, der die WSOP, die EPT und die WPT (triple crown) für sich entscheiden konnte, sah Griffins Zukunft mehr als rosig aus.

Anders als bei Ungar oder Lindgren war es jedoch nicht die Spielsucht die ihn fast in den Bankrott trieb. Griffin, der seinen ersten großen Titel mit nur 23 Jahren gewann, ohne zuvor ausreichend Erfahrungen in der Liveturnier Welt zu sammeln, war schlicht nicht in der Lage mit dem  Overhead, der mit dem Leben als Liveturnierspieler einhergeht, umzugehen. Falsche Entscheidungen und schlechtes Bankroll Management sowie der Verlust von PokerStars als Sponsor führten dazu, dass Griffin sich vom Leben im großen Pokerzirkus zurückziehen musste und für eine Weile mit Low-Stakes Games seinen Lebensunterhalt bestreiten musste um einer persönlichen Pleite zu entgehen.

Betrachtet man allein die Buy-Ins & Anzahl der großen Touren pro Jahr und die damit verbundenen Reise- und Verpflegungskosten können pro Saison locker reine Kosten in Höhe von bis zu €50.000 verursachen. Kommen dann aufgrund einer Pechsträhne keine Gewinne rein, ist es kein Wunder, dass eine Vielzahl der Spieler in Schulden versinkt.

Gesamtverlust: nicht bekannt